Vom Holzapfel, Sirupbaum und bösen Geistern – am Waldtag der Schulen Neunkirch und Wilchingen lernten die Kinder den Wald besser kennen

Am 19. März 2013 wussten die Schüler der 1. Klassen aus Neunkirch, Wilchingen und Osterfingen eine ganze Menge mehr über unseren Wald. Wie einzelne Bäume heissen, was aus dem Wald essbar ist, welchen Tieren unser Waldgebiet ein Zuhause bietet und sogar wie man böse Geister austreibt.

sgh. Der alljährlich stattfindende Waldtag der Schüler hat eine lange Tradition. Seit der Zusammenlegung der Forstverwaltungen zum Forst Südranden begehen die Neunkircher und Wilchinger Erstklässler diesen Waldtag gemeinsam. Es kam eine ganz ordentliche Schar von ABC Schützen zusammen, als sich alle bei der Wasenhütte trafen. Davor haben die Schüler jeder Gemeinde auf ihrem Gemeindegebiet den Baum des Jahres gepflanzt. „Das hat mir am besten gefallen“, meinte Nerea am Abend. Der Europäische Baum des Jahres 2013 ist der Holzapfel. Woher er kommt und welchen Standort er bevorzugt, wusste Forstwart Alois Ebi. Ursprünglich komme dieser Baum, der eher Gebüsch artig wächst, aus Asien, er sei der ursprüngliche Apfelbaum und er könne nur am Waldrand gedeihen, wo er Sonnenlicht bekäme. „Die Früchte, die er trägt, sind zwar essbar, aber sehr bitter“, warnte Alois Ebi die Kinder, die sich „ihre“ Bäume immer wieder ansehen wollen. Den nächsten Höhepunkt durften dann alle Kinder zusammen erleben. Förster Agim fällte eine Weisstanne. „Das war das Coolste!“, meinte Sven, der es beeindruckend fand, wie es gekracht hatte, als der grosse Baum zu Boden stürzte. Am Nachmittag nahm Alois Ebi die Kinder mit auf Entdeckungstour durch den Wald. Dabei konnten sie sehr viel lernen über die heimische Pflanzenwelt. Beispielsweise, dass der Ahorn ein Sirupbaum ist, zumindest in Kanada. Beim Probieren des Ahornsirupes, gingen die Bemerkungen über diesen weit auseinander… „Igitt, das schmeckt ja wie Kaffee“, meinten einige, es gab aber durchaus auch Kinder, die den Geschmack mochten und das, was die Anderen nicht schlürften, genüsslich in ihren Mäulchen verschwinden liessen. Geheimnisvoll waren Alois Ebis Ausführungen über das Innenleben der Waldföhre. Das Holz dieses Baumes, werde in Teilen der Schweiz angezündet, um mit dem Rauch, der dann entsteht, die bösen Geister zu vertreiben. Was im Haus funktionieren soll, könnte ja auch in freier Natur ausprobiert werden und so räucherte Alois Ebi die Kinder kurz mit Föhrenrauch ein. Ob sie danach braver waren, wissen wohl nur die Eltern. Dass eine Fichte, oder Rottanne ein „Zältlibaum“ ist, stellten die Kinder fest, als ihnen ihr Waldlehrer ein Hustenbonbon zum Probieren gab. In der Hand verrieben sie die Nadeln der Fichte und konnten den gleichen Geschmack erkennen. Auch die Jäger sind gekommen, um den Kindern etwas über die Tiere in unserem Wald zu lernen. Karlheinz Gysel aus Wilchingen hatte alle heimischen Waldtiere dabei, natürlich ausgestopft. Zu jedem der Tiere erzählte der Jäger, wie es lebt und was es frisst und erklärte, wie man sich verhalten soll, wenn man mal selber eines zu Gesicht bekäme. Die Kinder wussten bereits, wieso man die Kinder der Wildtiere nicht berühren dürfe: „Weil es die Mutter sonst nicht mehr erkennt und verstösst.“ Jäger Martin Neukomm aus Neunkirch besuchte die Kinder zusammen mit seinem Jagdhund „Puma“, der zuerst vorzeigte, wie der apportieren kann. Der Höhepunkt bildete allerdings, dass eines der Kinder zusammen mit dem Jäger eine Blutspur legte, der der Jagdhund willig folgte und den kleinen Kevin in seinem Versteck fand. „Das war das Beste heute“, meinte ein strahlender Robin vor der Heimkehr, die wohl alle etwas müde antraten, ob der vielen Ereignisse, die sie zusammen und dank der Förster erleben durften.